Studie Jugend, Internet und Politik in Bayern

Junge Bayern nutzen Internet fast 20 Stunden pro Woche, davon über zwei Stunden für Politik. Jeder Fünfte im Netz nicht an Politik interessiert

München. Über die Hälfte der jungen Bayern (52%) gehen mit einem mobilen Endgerät online und sind stationär oder mobil durchschnittlich 19,1 Stunden pro Woche im Netz. Dabei beschäftigen sie sich durchschnittlich 2,4 Stunden mit Politik/politischen Themen. Dies sind zentrale Ergebnisse der Repräsentativumfrage „Jugend, Internet und Politik in Bayern", die heute (31.1.2013) von der Hanns-Seidel-Stiftung veröffentlicht wurde.

Sie liefert Ergebnisse zu Einfluss von Internet und Social Media auf das gesellschaftliche und politische Leben von „Digital Natives" in Bayern (von Geburt an mit dem Internet aufgewachsen, 17-29 Jahre).

Jeder siebte Befragte verbringt mindestens ein Viertel seiner Zeit online mit Politik und die Nutzungsdauer von Politik steigt mit einem höheren Bildungsabschluss an, stellten die Meinungs-forscher im Auftrag der Hanns-Seidel-Stiftung fest. Allerdings ist jeder fünfte junge Bayer im Netz an Politik nicht interessiert und daher auf diesem Kommunikationsweg nicht erreichbar.

Traditionelle Formen der Information, der Kommunikation und Partizipation spielen für Digital Natives keine geringere Rolle als die digitalen Möglichkeiten. Demnach geben jeweils rund drei Viertel an, sich regelmäßig oder gelegentlich mit Verwandten, Freunden oder Kollegen/Mitschülern/Kommilitonen über Politik auszutauschen.

Mehr als die Hälfte der Befragten (61%) zeigt aktives Interesse an politischer Mitwirkung, z.B. durch regelmäßiges oder gelegentliches Unterschreiben auf Listen (50%) oder durch Teilnahme an Demonstrationen zu politischen Themen (24%). Der Grad des Engagements nimmt allerdings immer dann ab, wenn es mehr zeitlichen Aufwand durch Verlassen des persönlichen Umfelds bedeutet.

Nicht einmal jeder Fünfte (17%) tauscht sich in Chats, Foren oder Newsgroups mit anderen über Politik aus, zwei Drittel lehnen diese Beschäftigung in Verbindung mit Politik sogar ab. Und nur 9% sind bereit, politische Botschaften über twitter zu verfassen oder zu kommentieren. Dennoch wissen die Digital Natives um den Nutzen von Internet/Social Media: 11% nennen den schnelleren Meinungsaustausch, 8% den Kontakt zu Politikern und 7% die Möglichkeit zur freien Meinungsäußerung. Als nachteilig empfinden sie die schwierige Einschätzung des Wahrheitsgehaltes von Informationen (11%), die Informationsflut (8%) und die schnelle Verbreitung von Gerüchten (7%).

Die Studie zeigt, dass sich die von Geburt an mit dem Internet Aufgewachsenen keineswegs von traditionellen Kommunikationsformen verabschiedet haben; für sie besteht jedoch bei neuen digitalen Angeboten zur politischen Partizipation im Web eine hohe Nutzungsbereitschaft.

Im Oktober 2012 befragte das Institut GMS im Auftrag der Hanns-Seidel-Stiftung bayernweit und repräsentativ 505 Personen im Alter von 17-29 Jahren per Telefon (CATI). Parallel hierzu wurde zum Ergebnisvergleich eine Online-Umfrage durchgeführt. Die 75-seitige Studie kann im Internet heruntergeladen oder kostenfrei bestellt werden: www.hss.de/publikationen.html

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